2012/07/27

Rückblende: Ferienanfang bis heute

Der Urlaub in Spanien war ganz schön, Bilder sind hier zu bestaunen, und ja, ich musste Spanisch sprechen.  Zwar hauptsächlich beim „Shoppen“ (und das waren eintrainierte Vokabeln, höhö) und an den letzten zwei Tagen, weil Mama unserem lieben ich-lass-sie-in-den-Speisesaal-Typ erzählt hat, dass ich geschlagene zwei Jahre Spanisch gelernt habe, während er mit Spanisch aufgewachsen ist. Sprich: Am Ende haben wir uns über schlechte Lehrer und das Schulsystem unterhalten (Gottseidank auf Deutsch!). Und einmal, wirklich nur einmal, musste ich mein Fünkchen Französisch verwenden, weil ein Verkäufer aus Marokko war. Nachdem ich mich blamiert habe, habe ich mich extra für das Wiedersehen vorbereitet.
Am Strand habe ich mir meine Fußsohlen verbrannt und wurde am zweiten Tag von einer riesigen Welle von einem Felsen weggespült – und hab als Andenken eine feine Narbe am Daumen behalten.
Ich war mehrmals auf dem Weg des Lebens – ein Rundgang um ein Privatschloss direkt am Strand. Dort hab ich auch kleine Krabben und einen Gecko gesehen – und am frühen Morgen Obdachlose. :/
In Barcelona hab ich Papageie, die mit Möwen und Tauben abhängen, gesehen – haufenweise Papageie, auch noch schlau und hinterhältig!
Die Rückreise hab ich übrigens beinahe komplett verschlafen :D


Taizé war für mich eine gute Zeit. Teilweise super, aber nicht alles perfekt.
Die negativen Sachen will ich auch erst gar nicht erwähnen – mein Gott, wer will schon über die Zustände der Toiletten und Klos wissen?
Aber die positiven Dinge dieser Woche möchte ich natürlich „auf ewig“ festhalten (okay, aufschreiben):
Der Gottesdienst ist total schön. Jeder sitzt, alle sind ruhig, Kerzen leuchten, Ikonen hängen an den Wänden, viele Lieder werden gesungen. Nicht nur, dass das Gesangsbuch schöne Texte enthält, nein, sondern auch in unterschiedlichen Sprachen – von Englisch bis Litauisch. Nicht zu vergessen die zehn Minuten Stille. Da kann man so gut nachdenken!
Die meisten Brüder, die ich kennen lernen durfte (egal ob persönlich oder aus den Berichten andrer) sind extrem cool drauf – trotz der Tatsache, dass sie Geistliche sind, was ja bei vielen (auch bei mir) sofort ein Vorurteil (= langweilig) hervorruft.
Das Essen war größtenteils lecker, nur einmal habe ich mich zum Essen zwingen müssen – aber Geschmäcker sind unterschiedlich, nicht wahr? Was ich besonders witzig (und gleichzeitig traurig) fand, war die Tatsache, dass es nur Löffel gab. Keine Gabeln, keine Messer – nur Löffeln. Wieso? Weil (glaub ich) 2004 Bruder Roger während eines Gottesdienstes erstochen wurde und seitdem gibt es nur noch Löffel. Außerdem gibt es keine Becher, sondern Schüsseln – und das Wasser kommt aus einem Art Springbrunnen (keine Ahnung, wie ich das nennen soll); das Wasser schmeckt leicht nach Chlor und wenn man zu viel davon trinkt, wird einem, tja, schlecht.
Oyak war auch cool – jeden Abend sowas wie „Party“, mit Cidre, heiße Schokolade und natürlich so Spielen wie Funky Chicken (Lukas: „Chunky Ficken!“) und Ähnliches. Die Spanier haben auch gerne „internationale“ Lieder gespielt.


Während dieser Woche durfte ich neben Deutsch und Englisch auch Französisch und (jetzt kommt’s) Russisch sprechen – hätte ich nicht erwartet, bin aber (immer noch!) positiv überrascht.
Tatsächlich habe ich viele neue Bekanntschaften schließen können – seien es unsere deutschen Zeltnachbarn oder die aus Litauen stammenden Mitglieder der Bibeleinführungsgruppe.
Das Beste waren immer noch die bescheuerten Abende mit Xenia, Lukas und Theresa. („Hab ich überhaupt ne Hose an?“)
Ach und ich hab einen netten Engländer kennen lernen dürfen, George, dem wir ein bisschen Deutsch beigebracht haben (Mein Name ist George und... Kaff!). Nicht zu vergessen die Franzosin Bettina, die hervorragend Englisch spricht und Deutsch lernt, die Belgierin (verdammte Namen -_- :D) mit dem perfekten Englisch und dem Harry Potter-Typ aus Schweden :D


Und wieso ich das plötzlich alles schreibe, das Negative weglassend?
Theresa hat mich vorhin angeschrieben und ich freu mich immer noch, weil die witzigen, aber auch ernsten Gespräche mit ihr in Taizé toll waren.

So... und heute?
Heute muss ich mich fertig machen (Moment, das klingt, als ob ich mich selber runterziehen würde) meine Tasche packen, denn morgen werde ich um acht Uhr von einer Mitfahrgelegenheit nach Berlin gebracht, wo ich Xenia zur Hand gehen soll. :) 
Ja, ich freu mich. 

2012/07/22

zehn Jahre deutsch

Vor genau zehn Jahren setzte sich meine Familie ins Flugzeug nach Deutschland.
Ich kann mich nicht wirklich an alles erinnern – meine Güte, ich war noch nicht mal sechs Jahre alt – aber ich glaube, die Angst vorm Fliegen hatte ich nicht (falls ich überhaupt verstanden habe, dass wir fliegen).
Ich erinnere mich aber an drei Lager – einen, mit einer schönen Stadt und einem tollen Spielplatz, einen mit weißem Sand und einen mit Wildschweinen im nahen Wald.
Ich erinnere mich an den ersten Deutschsprechenden, der mich veräppelt hat: „Kostet das was?“ – „Ja.“ – „Och nö, jetzt-“ – „Nein, Scherz, es ist kostenlos!“  
An Kirchenglocken und das Lied Bruder Jakob.
An eine weiße Marmorstatue.
Angst, vor dem Wald.
Flurlicht, das automatisch angeht, wenn man in den Flur geht, den ich auszutricksen versuchte.
All das durch den Schleier eines dummen und naiven Kindes.

Ich erinnere mich an den Kindergarten, wo ich Deutsch erlernte und am Anfang erst durch Handzeichen klar kam. Irgendwann war ich selber Dolmetscher für neue, russischsprechende Kinder.
Ich erinnere mich an Teletubbies, Simsalabim Sabrina, der Bär im blauen Haus und vieles mehr.
Wie Tori von einem deutschen Blödmann mit einem Stein abgeworfen wurde.
Ich erinnere mich an Deutschnachhilfeunterricht, an einen „Deutschclub“ und den wunderbaren Hort.

An unsere Wohnung mit unserem orangen Balkon. Meine Barbievilla von Tori gebaut. Unser blauer Aufblassessel.
Mama, die sich für ihr Deutsch schämt, aber trotzdem weiterspricht.
Tori, die Deutsch-LK genommen hat.
Papa, der sich über mein schlechtes Russisch lustig macht.
Xenia, die mich korrigiert.
Wie ich Zeitungen lese, dabei aber keine dieser hohen Ausdrücke verstehe, trotzdem mitfühlend nicke.
An den Vater eines Freundes, der mich ernsthaft gefragt hat, wo genau ich in Deutschland geboren bin – und überrascht war, als ich ihm sagte, ich sei in Kasachstan geboren, woraufhin er mein gutes Deutsch gelobt hat.
Wie ich im Bett sitze, Bücher lese und dadurch anfing zu schreiben – auf Deutsch.

In diesen zehn Jahren habe ich die Geschichte Deutschlands kennengelernt, Papa zu Wahlen begleitet, Fasching gefeiert, ebenso Halloween. Weihnachten nun wirklich immer am 24. Dezember.

Auch wenn ich wirklich Deutsche bin, sehe ich mich als keine an.
Klar, diese lächerlichen Zahlen können ausschlaggebend sein – aber zehn ist für mich klein.
Selbst wenn ich 50 Jahre hier verbringen würde, ich sehe mich immer noch nicht als Deutsche.
Aber auch nicht als Russin oder Kasachin.
Aber das ist mein Problem. 

2012/07/17

Mein Name ist Horst – das L steht für Gefahr

Richtig gelesen: Ich heiße Horst.

Okay, nicht offiziell – ich bin immer noch Alex. Und immer noch bescheuert. So freue ich mich zum Beispiel über neue Namen, egal, ob sie eine tiefsinnige Bedeutung haben oder nicht.
Hauptsache sie sind nicht beleidigend.
Nun, als ich das erste Mal bei der Theaterwerkstatt von Meiningen war, hatte Kevin irgendwann aus heiterem Himmel angefangen mich Horst zu nennen. Wie  er darauf kam* weiß ich nicht (mehr), aber mir war’s egal und ich hörte einfach auf Horst – was für viele, die gerade erst eben meinen richtigen Namen bzw. Spitznamen auswendig gelernt haben, eine Tortur war („Hä, ich dachte, die heißt Alex?“ – „Und ich dachte, Horst sei ein Männername?“).
Auch nach dem Meininger Wochenende behielt ich diesen witzigen, altdeutschen Männernamen.Mittlerweile nennen mich auch einige andere aus unserer Theaterfamilie Horst – weswegen ich mich auch für diesen Namen entschieden habe, als wir uns unsere Spielfieber-Shirts bestellt haben.Jetzt trage ich ein schwarzes T-Shirt, mit der Aufschrift Anführungszeichen-Horst-Anführungszeichen.
Und verdammt, das T-Shirt ist bequem.
 *Aber seitdem habe ich einen Lieblingswitz: Wohin fliegt der schwule Adler? Zu seinem Horst!




2012/06/05

you will always be there

Die Horrorwoche ist vorbei, gottseidank. Dienstags in der ersten Stunde meine ach so wunderschöne Französisch-Arbeit geschrieben (ich persönlich finde sie nicht schlecht – mal sehen, was meine reizende Lehrerin sagt…) und in der dritten den Vortrag über den Wankelmotor vorgetragen, wobei ich nur das unglaublich faszinierende Leben des lieben Herrn Felix Wankel runter rattern musste – die Einleitung war nebensächlich.
Am Mittwoch schrieb ich zwei Stunden lang an der Deutsch-Arbeit zum Buch „Blueprint – Blaupause“, wobei ich so 600 Wörter geschrieben habe und gar nicht beide Schulstunden brauchte. Ich war – glaube ich – als zweite fertig und ging mit meinem leckeren Brot schön in einem freien Klassenraum essen. Nebenbei diskutierte ich mit den nacheinander herauskommenden Klassenkameraden über die Arbeit, die Aufgaben, etc.
Und am Donnerstag war die wunderschöne Englisch-Arbeit, für die wir ebenfalls zwei Stunden bekamen, weswegen wir in der Woche (und in dieser auch, yeah) kein Reli hatten/haben.
Wir mussten eine Inhaltsangabe zum Buch „Stone cold“ schreiben, anschließend einen Text zu den Gefahren der Obdachlosen und dritte und letzte Aufgabe war es, einen Brief an eine Person aus dem Buch zu schreiben, wobei wir aus der Sicht der Hauptperson geschrieben haben.
Ich war kein Stück glücklich, weil ich erste und zweite Aufgabe quasi in einem Text geschrieben habe, wobei ich nicht so viele Gefahren aufgezählt habe. Ich habe aber meinem Lehrer hinterher gesagt, er hätte sagen sollen, wie viele Punkte wir für die jeweilige Aufgabe bekommen würden und – was wahrscheinlich nicht nur mich ärgert – diese Summary-Aufgabe haben wir nie im Unterricht besprochen, sondern in Stichpunkten angefangen und dann, tja, war Schluss. Hätte er gesagt, dass es eine normale Inhaltsangabe wäre, wäre die Arbeit nicht „so schlimm“ ausgefallen. Aber da es im Unterricht wie eine Nacherzählung – mit jedem kleinstem i-Pünktchen – vorkam, waren wir alle, irgendwie, verwirrt.
Aber das war nicht so schlimm wie die Arbeit von Montag: Bio.
Ich habe Sachen nicht gewusst, Wichtiges vergessen, anderes erst gar nicht gelernt – weil mir niemand davon berichtet hat –, ich war unsicher bei diesem und jenem, …
Also, auf eine 2 in Bio kann ich mich nicht mehr freuen :D (konnte ich eh nicht).

Dafür kam aber das Beste in Englisch, nach dieser Höllenarbeit:
Bevor unser Lehrer ankam, fragte Frau Dachboden nach ihm. Da er noch nicht da war, wartete sie mit uns auf ihn.
Als er ankam, sagte er Namen auf – meinen mit dabei! – und diese aufgerufenen Personen sollten mit Frau Dachboden raus gehen.
Während die ersten schon im Flur standen und besorgt „Haben wir etwas falsch gemacht?“ fragten, sagte sie: „Im Gegenteil!“ und irgendwie glaubte ich ihr, zwar nicht ganz, aber okay.
Wir suchten uns ein leeres Zimmer, setzen uns („Komm, Alex, setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch!“ – Sarah) und endlich konnten alle beruhigt aufatmen, aber ebenso überrascht und – in meinem Fall – geschmeichelt.
Sie erzählte uns vom Cambridge Certificate, von der University of Cambridge, erklärte, was da passiert, was wir machen werden und wieso, etc.
Nur Schüler, die in Englisch eine 1 oder 2 haben, werden quasi „auserwählt“.
Wir würden höchstens 25 sein, wenn es mehr Bewerber gibt, wird es eine Auslese geben (Angst!).
Wir würden ein ganzes Jahr lernen, damit wir in unserer Prüfung, die 185€ zurzeit kostet, ein super Leseverstehen, Hörverstehen und Wortschatz vorweisen können, plus einen sehr guten schriftlichen Ausdruck und grammatische Strukturen, da wir bei der Prüfung nicht nur schreiben, sondern auch eine mündliche Prüfung ablegen werden.  
Wenn wir zu wenige sind, werden wir selber zu den Prüfern nach Frankfurt (oder Gelnhausen) fahren. Wenn wir eine große Gruppe werden, werden wir von diesen Prüfern besucht.

Ich war (und bin!) ziemlich geehrt. Nicht, dass ich die größte Niete in Englisch bin – war ich nie –, aber dass man mich zu sowas einladen würde, hätte ich nicht erwartet.
Mama hat sofort zugestimmt – sowie ich auch, hihi – denn wenn meine älteren zwei Schwestern schon nicht wirklich gut mit Englisch befreundet sind (obwohl das heutzutage lebensnotwendig ist), dann wenigstens eine, die es mal versucht – vor allem, da man es mir angeboten hat.

Zu meiner Verwunderung waren die anderen aus meiner Klasse nicht ganz so sicher.
Elisa hatte später in unserer Gruppe gefragt, ob jemand das von uns machen würde – und ich habe sofort gesagt, dass ich es machen werde (obwohl Mama da noch nicht zugesagt hat, hm).
Nach und nach sagte auch sie zu („Wir können dann ja gemeinsam büffeln!“), genauso wie Sarah und Vanessa, ebenso Mark. Wer noch mit dabei ist, weiß ich nicht, aber ich lass mich gerne überraschen ;)

Ich freue mich auf jeden fall – trotz der ach so schweren Aufgaben und Büffel-Arie, die wir deswegen extra bekommen. 

2012/06/01

Hey

Vor Monaten hatte mich der eine netter Kerl aus der Schule hinzugefügt, mich ständig angeschrieben und wirklich einfach nur noch genervt.
Nachdem Tori ihm gesagt hat, er solle mir nicht mehr auf die Pelle rücken, hat er sich gelöscht.

Tja, seit ein paar Wochen ist er wieder da.  Er hat mich hinzugefügt, aber nichts geschrieben. Gut so.
Bis er irgendwann Geburtstag hatte und ich ihm auf die Pinnwand Alles Gute geschrieben habe. Damals hatte ich noch ein Bild von BANG BANG als Profilbild.
Er hatte sich nämlich nett bedankt und hinzugefügt, dass er mein Foto schön fände.
Ja, aber es sei nicht mehr aktuell, habe ich daraufhin geschrieben, das war nämlich nach meinem Haarschnitt.
Er schrieb zurück, dass er es schon gesehen habe. Weil ich keinen Grund mehr sah, zu schreiben, ließ ich es sein.

Doch damit nicht genug: Er schrieb mich schon wieder an, als ob es das letzte Mal nicht peinlich genug wäre.



Lernt man nicht aus Fehlern?

2012/05/27

Light your fire!

Als unsere Franzosen wieder in Deutschland waren, habe ich mir gedacht:
Jetzt bekommen sie die Rechnung.
Zwar waren nun zwei Wochen um - und nein, mit dieser Narbe kann ich nirgends prahlen -, aber ich glaube, ich war nicht die einzige, die darauf hoffte, dass die Übeltäter das bekommen, was sie verdienen.
Pah. Danke, Universum. Echt nett!
Denn es ist gar nichts passiert außer zwei Gesprächen. 
Sonst war es wie immer, als wäre nie etwas passiert.
Wortwörtlich.
Nicht mal die beiden Schuldigen verhalten sich irgendwie reuevoll. Im Gegenteil: Alles ist geil, Ende.
Ich wäre am liebsten ausgetickt, den beiden und der Lehrerin ins Gesicht gesprungen und nach Gerechtigkeit verlangt. Kriegste aber nicht. Toll.

Wenigstens war Freitag ganz okay.
Zwar schrieben wir einen Mathe-Test und in Chemie die letzte Arbeit (yes!), aber okay.
Tori hatte auch Mottovorstellung, das war Wahnsinn (nicht Sparta). Alle als Piraten aus der Zehntscheune gerannt. Und es hörte nicht auf.
Statt sich aber zu freuen, dass ich gefilmt hab, mit der Kamera in der Luft, weil vor mir Riesen standen, wurde nur gemeckert:  "Das ist viel zu kurz! ... Ich hätte es gerne von vorne gesehen! ... Das wackelt ja alles!" - Halt DU doch mal die blöde Kamera ne Viertelstunde in die Luft, dann reden wir weiter!
Außerdem hätte Mama um halb sechs persönlich vorbei kommen können - aber nö. Alles meine Schuld. Mal wieder. Ist doch klar!

Gegen sieben fuhren wir zur Kiwi, mit mehreren Personen im Auto, ganz nach Bobs Slogan:
grüner Planet!
Wir grillten, aßen, lachten, erzählten, machten Schüsseln (Schüssel XD) kaputt und machten Fotos, falteten Rosen aus Servietten, schauten Fotos an (auf einem seh ich aus wie das Kind von Bellatrix und Voldemort, höhö) und spielten Werwolf.
Gleich in der ersten runde war ich Jäger, was ich cool fand, da ich es schon mal öfter war und immer, wenn ich starb, auch einen Werwolf erschoss. 
"Wer soll Bürgermeister sein?", fragte Kevin der Erzähler. 
"Horst!", schrie Bob in die Runde und so gut wie alle schlossen sich an.
Vor Glück quietschend nahm ich die Bürgermeisterkarte an mich und freute mich einfach nur.
Das hat so gepasst: Bürgermeister des Werwolfdorfes ist ein Jäger, witzig. 
In der ersten Runde klappte alles auch noch ganz gut, außer dass Birgit starb.
Aber in der zweiten Runde hagelte die ganze Scheiße auf mich - und ich hatte es schon vorher gewusst.
Denn: Ich wurde vom Flötenspieler verzaubert, gemeinsam mit Lena, hatte die Hure zu Besuch (es war Kaddah :D), wurde von den Werwölfen zerfleischt und nicht von der Hexe (= Tori) gerettet. 
Da ich Jäger war, zog ich Lena mit in den Tod - und als alle sahen, dass sie ein normaler Bürger war, fingen alle an zu grummeln, was ein toller Bürgermeister ich sei - bis man so den Flötenspieler gefunden und umbringen konnte, weswegen es doch hieß "Hey, gut gemacht, Horst!" HA! >:D
Sonst war die Runde echt cool, wie Tori jeden sterben lassen hat, sogar Anki. 
"Hexe, willst du das Opfer retten?", fragt Kevin und zeigt auf Anki.
Tori schüttelt den Kopf.
"Hexe sagt nein", laber ich in die Stille hinein. Gelächter.
Wir waren bis halb zwei da, als einer der letzten. Wir haben noch Singstar gespielt, doch nicht alle haben gesungen.
Dann hat man sich in die Autos gequetscht und es ging nach Hause.

Den ESC schauten sich Mama, Papa und Tori am PC an, weil es dort auf russisch kommentiert wurde, während ich beim Fernseher blieb. 
Ich war es, die bemerkte, dass das Stadium die Farbe der Flaggen annimmt. 
Da der Lifestream am PC etwas nachging, erzählte ich von Toris Zimmer aus, wer gerade sang oder wie viele Punkte geschickt wurden.
Ich muss ehrlich sagen: Schweden hat es verdient. Der Song ist so geil, hab ihn sofort aufgeschrieben. 

Sonst fand ich die russischen Omis putzig (wie denn auch nicht?! :D), die Türken ziemlich gut, den Typ aus Litauen verdammt witzig, die Tussi von Frankreich extrem hübsch und unseren Roman einfach nur zum Knuddeln mit seinen Rehaugen. So richtig, richtig goldig. Findet sogar Mama und die war anfangs skeptisch :D

Und Lordi hatte vielleicht nen hammer Auftritt :DDD
der Kerl ist so genial xD

2012/05/14

Hi, ich bin Jack und du?

Gleich vornweg: Theater lief gut.
Okay, am Donnerstag, bei der Premiere, vertauschte Tori ihren Satz mit dem von Eo (aber er hatte die Kurve gekriegt), Anki machte aus zwei Sätzen einen, ich versprach mich und verlor mein Blut. Das war doof. Trotzdem haben alle geklatscht und so viele Leute haben tatsächlich geheult.
Am Freitag erst zur zweiten erschienen, da PW ausfiel. Dank Frankreich waren/sind wir ziemlich wenige, aber okay. Jana hatte nachgefragt. Valentina noch mehr. Später auch Sarah und Simon. Fand ich nett. :) In Mathe schrieben wir einen kleinen Test (bzw. konstruierten wir :D) und da ich am Vortag nicht da war (Generalprobe) wird es im schlimmsten Fall nicht gewertet. Sonst saß ich in Chemie neben Gabriel (der hat mich zu sich gerufen… fand ich ja schon lieb) und habe nichts gerafft. Kaum war die Stunde vorbei, bin ich nach Hause gedüst, da Geschi und Englisch ausfielen. Auf dem Weg traf ich auf Xenia und Mama, bin mit denen in einen kleinen Laden und hab mir drei Shirts gegönnt :) (bzw. meine alten sind mir zu klein/eng).
Freitag war es (für mich persönlich) besser, da es keine Patzer gab, die Bude voller war und es sogar eine Diskussionsrunde gab! Auf die Fragen hatten wir doch recht gute Antworten gehabt. Meine war eh die beste: „Was macht ihr, um euch wieder normal zu fühlen, um diese Stimmung des Stückes loszuwerden, wenn die Probe vorbei war?“ – „Ähm… wir sind alle ein bisschen witzig.“ Gelächter. „Bisschen?!“ :D
Unser neuer Direktor hat uns sehr gelobt, haben uns sehr geehrt gefühlt.
Danach bauten wir alles ab, alle fingen an zu schwitzen. Verdunklungen weg, Bühne weg (und da sie Kistenweise aufgebaut war, gab es eine Menge zu tragen!), die Bühnenwand à  la schwarzes Tuch musste abgehängt werden, die Schminke geordnet und sortiert, blablabla. Am Ende gab es PIZZA! War lecker. Sehr lecker.
Am  meisten hab ich mich gefreut, dass wir alle so gut gelaunt waren. Aber auch, dass ein alter K-Bewohner mich wiedererkannte und ich zu Verabschiedungen umarmen durfte :3 (also, nicht den Kerl, sondern die anderen :DD).
Am Samstag waren wir dann erst mal im Media Markt, weil Tori ein Handy brauchte und Xenia eine Kamera. Während die sich alle Modelle anguckten, probierte ich mit Georg Kinect aus (so ein Müll) und wühlte mich durch Spiele, stets auf der Suche nach Kingdom Hearts (fand auch was, aber ich hab nichts gekauft, komme ja schließlich nicht einmal mit Days weiter… seufz).
Gegen Abend wurde es gegrillt und kurz vor sieben holte Kiwi Tori und mich ab: Wir fuhren nach G, wo wir „Arsen und Spitzenhäubchen“ angeguckt haben. Die Schule, die das aufführte, wird zwar gut finanziert mit Kostümen, Requisiten und Bühnenbild, aber einige von den Schauspielern haben mich nicht so überzeugt, sodass ich selten gelacht habe und eher grimmig als belustigt gegrinst habe.
Am Sonntag waren die Erwachsenen auf einem Straßenmarkt, während Tori und ich unsere Stille genossen.
Als sie heim kamen, schnitt Xenia Georg die Haare (er hatte einen Vorstellungstermin) und hinterher mir auch.
Schon Tage zuvor hab ich ihr erklärt, welche Frisur ich will und mit ihr das Netz nach Vorbilden gesucht.
Dann fing es an: Sie machte oben einen Zopf und unten einen. Den unteren schnitt sie ab, gab mir den Zopf und wir lachten los, als das abgeschnittene Ende sich wie ein Pinsel anfühlte.  Dann fing sie an zu schnippeln und zu kämmen, Haare nass zu sprühen und sonst was. Nach zwei leidvollen Stunden ging ich duschen und das Ergebnis ist verdammt cool. Nicht so wie ich es erwartet habe, aber das ist auch nicht übel. Xenia ist aber nicht vollends zufrieden, also wird sie irgendwann nochmal schnippeln.
Mama war anfangs besorgt, ist aber jetzt noch glücklicher als ich.
Wir hatten am meisten Angst vor Papas Reaktion, denn er liebt lange Haare (vor allem meins), aber im Endeffekt hatte er Angst gehabt, mich anzuschauen. Bis ich ihn überredet habe, meine Haare anzufassen und es ihm daraufhin gefallen hat.
Es fühlt sich so neu und fremd an, aber ebenso frei und toll. Wie das Fell eines Hundes. Wuff.
Den Zopf bewahre ich jetzt in einer Kiste auf! :D

Heute war ich dann sehr gespannt auf die Reaktion der anderen, was sie sagen würden – ob sie meine Haare bedauern würden oder sie die neue Friese ebenso/noch toller fänden.
Haha, ich darf meine Klasse nicht vergessen!
Jedenfalls lief ich im Korridor zum Klassenraum entlang, als Lena D. mich sah und erschrocken fragte, ob ich beim Friseur war.
„Nö, war meine Schwester“, habe ich gegrinst.
Sie entgegnete nur ein „cool“.
Im Klassenraum wurde nichts gesagt, nichts gefragt, nur geguckt, ganz kurz, das war’s auch wieder. Ich fühlte mich wie Siri aus Blueprint, die ihre Mutter provozieren möchte, indem sie sich bunt ankleidet, aber sie guckt sie nicht einmal an.
Als ich kurze Zeit später auf Jenny traf und sie sah, dass hinter meinem Kopf kein Zopf, Dutt oder sonst was war, fing sie an zu stottern, wie kurz das auf einmal ist und wir krass und cool.  Dann hab ich ihr erzählt, dass, als ich gestern in den Spiegel geguckt habe, ungeschminkt und mit Brille, erinnerte ich mich selbst ein bisschen an Leonardi DiCaprio in Titanic. Keine Ahnung wieso.
In Bio hatte Sarah mir gesagt, ich wäre ziemlich mutig, mir einfach so einen Zopf abzuschneiden. Sie habe zu große Angst davor. Sie geht nicht gern zum Friseur und betrauert jedes Zentimeter-Haar. Da ich noch nie bei einem Friseur war, kann ich diese Angst nicht verstehen, aber andrerseits doch.
In Englisch hatte auch Alejandro erst einmal gestaunt, wo denn meine Haare hin seien, weil er erst dachte, ich hätte einen Dutt oder sowas. Pah.
Sonst hörte ich noch „tolle Frisur“, „steht dir“ und ein „warum“ mit gespieltem Würgen von Timo. :D

So, ich geh jetzt weiter Haare wuscheln!

2012/05/10

Du wirst vernichtet, so wie die Tochter deiner Schwester!


Seit Sonntag probten wir täglich. Montag und Dienstag fielen deswegen für uns – wir sind natürlich entschuldigt worden, yeah – vier Schulstunden aus (kein Physik, halleluja).
Wir übten den Text, das lautere Sprechen (hust), den Abgang, das Schießen, die Improvisationsszenen, alles. Licht, Prügelei, Schreien, Fallen. Und am meisten und wichtigsten: Text.
Zu meinem Erstaunen (ich freu mich natürlich!) kann ich meinen Text. Sogar einigermaßen den, der anderen. Dabei bin ich erst drei Wochen Jessie Rocket (nein, die hat keinen Nachnamen, ich vermisse bloß nach Jessie das „und James“…).
Zwar mangelt es immer noch ein bisschen – Eo und seine melodramatische Stimme, uff – aber was soll’s?
Es wurden schon Plätze reserviert, in den richtigen „Kostümen“ geprobt, ohne Unterbrechungen und Reinreden von Lob oder Tadel.
Sogar der Zeitungstyp hat während der Generalprobe feuchte Augen bekommen.
Während alle ein bisschen nervös sind – Tori hat in Kevins Auto mit einem Balu-Bären gespielt – war ich seltsam unangerührt. Bis wir heimgefahren wurden und Kevin irgendwas über auf Knie fallen vor Bob sprach und dabei erwähnte, dass er es morgen mache, nach der letzten Aufführung.
Morgen – letzte Aufführung.
Heute – Premiere.
Erst da hat es irgendwie Klick gemacht und mein Bauch fing an, Conga zu tanzen. Zu diesem Lied. Okay, eigentlich nicht, aber das ist gerade mein Ohrwurm.
Nun, jetzt habe ich erst bis um 5 Uhr Zeit, mich auszuruhen, dann muss ich mich schminken (bzw. Tori macht das) und dann, naja, hinter der Bühne aufs Publikum warten. 

Der Spruch ausm Titel hab ich vom Jan. Ich hab lange gebraucht, um ihn zu verstehen. Ich doof.